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Liebe Leserinnen und Leser,
diese Woche war Welttag des Hörens. Hören ist für die meisten von uns selbstverständlich. Wir stehen am Morgen auf, unterhalten uns, hören, was der andere sagt, was für Nachrichten aus dem Radio kommen oder die Musik bei der Fahrt auf die Arbeit. Aber für rund 10.000 gehörlose Menschen in Bayern ist das nicht möglich.
Der Welttag des Hörens stand in diesem Jahr unter dem Motto „Klingt nach Leben!“ und lenkt den Fokus auf die Bedeutung guten Hörens für Sicherheit im Alltag, Lebensqualität und soziale Teilhabe. Das Ziel: Das Leben mit allen Sinnen genießen – heute und in Zukunft! Denn gutes Hören ist weit mehr als die Wahrnehmung von Geräuschen. Es ermöglicht Teilhabe, schafft Sicherheit, verbindet uns mit Familie, Freunden und unserem Umfeld.
Für schwerhörige Menschen bleiben diese Selbstverständlichkeiten jedoch oft unerreichbar. Eine der größten Hürden ist der Mangel an barrierefreier Kommunikation. Fehlende Untertitel in Videos, nicht verfügbare Gebärdensprachdolmetscher bei wichtigen Veranstaltungen oder unzureichende technische Lösungen erschweren oder verhindern den Zugang zur Kommunikation. Diese Barrieren wirken sich direkt auf die Lebensqualität und das seelische Wohlbefinden aus. Gutes Hören – oder barrierefreie Alternativen – sind ein wichtiger Bestandteil ganzheitlicher Gesundheit und spielen eine zentrale Rolle für die mentale Verfassung.
Denn Hören bedeutet auch sozialen Austausch, ein höheres Sicherheitsgefühl im Alltag und bessere Konzentration, was sich positiv auf die kognitive Leistungsfähigkeit auswirkt. Ebenso fehlen Beraterinnen und Beratern, die in Deutscher Gebärdensprache (DGS) kommunizieren können. Gebärdensprachdolmetscher sind zu selten verfügbar, und digitale Beratungsangebote sind zwar technisch vorhanden, aber oft ohne Video-Dolmetscherdienste oder DGS-Inhalte nutzbar. All diese Herausforderungen erschweren Schwerhörigen den Zugang zu Teilhabe.
Deshalb setze ich mich nachdrücklich für die Einführung eines Bayerischen Gehörlosengeldes ein, wie es auch im Koalitionsvertrag verankert wurde: „Im Lauf der Legislaturperiode streben wir den Einstieg in ein Bayerisches Gehörlosengeld an.“ Dafür mache ich mich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln stark, um den Alltag für schwerhörige Menschen lebenswerter zu machen.
Dennoch gibt es verschiedene Ausprägungen der Schwerhörigkeit (Hypakusis). Sie bezeichnet allgemein eine Einschränkung des Hörvermögens, die von leichten Beeinträchtigungen bis hin zur vollständigen Gehörlosigkeit reichen kann. Nicht jede Form der Schwerhörigkeit ist dauerhaft. Daher ist es wichtig Schwerhörigkeit vorzubeugen mit regelmäßigen Hörtests bei einem Hörakustiker oder HNO-Arzt in der Nähe. Diese sind nicht nur schnell und schmerzfrei durchgeführt – sie sind auch wichtig, um Gewissheit zu haben, wie es in unterschiedlichen Lebensphasen um das eigene Gehör steht. Nur so kann ein therapiebedürftiger Hörverlust frühzeitig identifiziert, individuell behandelt und professionell versorgt werden.
Mehr Informationen zu Hörgesundheit, Hörversorgung und vielem mehr rund ums Hören finden Sie auf http://www.ihr-hoergeraet.de .
Euer Thomas Zöller, MdL
Patienten- und Pflegebeauftragter der Bayerischen Staatsregierung