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07.07.2026
Austausch mit Schülerinnen und Schülern zur Projektwoche in der Theresia-Gerhardinger-Realschule Amorbach

Liebe Leserinnen und Leser, 

Im Rahmen der Projektwoche an der Theresia-Gerhardinger-Realschule in Amorbach hatte ich gemeinsam mit meinem Landtagskollegen Martin Stock und Bürgermeister Robin Haseler am 6. Juli 2026 die Gelegenheit, mit den Abschlussklassen über Demokratie, politische Entscheidungsprozesse und aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen ins Gespräch zu kommen.

Nach einer kurzen Vorstellung unseres persönlichen Weges in die Politik stand vor allem der direkte Dialog mit den Schülerinnen und Schülern im Mittelpunkt. An konkreten Beispielen haben wir die Arbeitsweise des Bayerischen Landtags erläutert und gezeigt, wie politische Entscheidungen entstehen – von der Beratung in den Ausschüssen bis zur Abstimmung im Plenum. Dabei wurde deutlich, dass demokratische Prozesse vom Austausch unterschiedlicher Meinungen, von Kompromissen und letztlich auch von Mehrheitsentscheidungen leben.

Besonders spannend war die Diskussion über ein mögliches gesellschaftliches Jahr. Die Schülerinnen und Schüler brachten hierzu differenzierte Sichtweisen ein. Einerseits wurde die Bedeutung von sozialem Engagement und Ehrenamt anerkannt, andererseits wurde darauf hingewiesen, dass ein solches Jahr die berufliche oder schulische Ausbildung nicht erschweren dürfe. Vorschläge wie eine zeitliche Flexibilisierung oder eine stärkere Verzahnung mit Ausbildung und Studium zeigten, wie intensiv sich die Jugendlichen mit dem Thema auseinandergesetzt haben.

Auch beim Thema Social Media beteiligten sich die Schülerinnen und Schüler engagiert an der Diskussion. Viele sprachen sich für altersgerechte Regelungen aus, machten aber gleichzeitig deutlich, dass diese praktikabel und nachvollziehbar sein müssen. Einigkeit bestand darüber, dass Medienkompetenz eine Schlüsselqualifikation ist. Hier tragen Eltern, Schulen und Gesellschaft gemeinsam Verantwortung.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage, wie Demokratie bereits im Schulalltag gelebt wird. Ob durch Klassen- und Schülersprecher oder durch Ausschüsse zur Organisation von Abschlussfeiern und Gottesdiensten – viele Strukturen in der Schule spiegeln demokratische Prozesse wider. Diese Erfahrungen helfen jungen Menschen, Verantwortung zu übernehmen und die Bedeutung von Mitbestimmung kennenzulernen.

Ich habe mich sehr über das große Interesse, die Offenheit und die sachlichen Beiträge der Schülerinnen und Schüler gefreut. Solche Gespräche zeigen, dass junge Menschen sich mit politischen und gesellschaftlichen Fragen intensiv auseinandersetzen, wenn man ihnen zuhört und sie ernst nimmt. Demokratie lebt vom Dialog und vom Mitmachen. Deshalb ist es mir ein wichtiges Anliegen, mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen und sie zu ermutigen, sich einzubringen und unsere Gesellschaft aktiv mitzugestalten.

Mein herzlicher Dank gilt der Schule für die Einladung und die gelungene Organisation dieser wertvollen Veranstaltung.

Euer Thomas Zöller, MdL
Patienten- und Pflegebeauftragter der Bayerischen Staatsregierung